Während bei der Umwandlung von Vorlagen – etwa jenen des Kalenders – in Gemälde kleinere Abweichungen im Gesamtbild angesichts des erzielten Qualitätsgewinns durchaus hinnehmbar sind, verhält es sich bei historischen Motiven grundlegend anders. Sobald architektonische oder landschaftliche Elemente in ihren ursprünglichen Proportionen, Perspektiven und Details unverändert übernommen werden sollen, stoßen KI-gestützte Verfahren schnell an ihre Grenzen.
Ein anschauliches Beispiel hierfür ist die Einbindung der Ruine des Rupertsbergs, wie sie von Schütz im Jahr 1789 gezeichnet wurde, in das Kalenderbild der Nahemündung aus dem 19. Jahrhundert.
Im ersten Arbeitsschritt erfolgt zunächst eine manuelle Anpassung der historischen Vorlage an die abweichende Perspektive des Rupertsbergs innerhalb der Kalenderillustration. Anschließend wird die Zeichnung in die Vorlage montiert.
Wie die folgende Reihe der Ergebnisse zeigt – hier lediglich zwei Beispiele aus insgesamt fünf Fehlversuchen –, führt die unzureichende Interpretation durch die KI zwar zu ähnlichen, jedoch keineswegs identischen Resultaten.
Für eine historisch präzise Illustration ist eine solche Abweichung jedoch nicht akzeptabel. Um dennoch zu einem überzeugenden Ergebnis zu gelangen, ist eine aufwendige manuelle Nachbearbeitung mittels digitaler Retusche erforderlich.